Von Ghana bis Aachen: Die zerstörerische Seite von Fast Fashion

Eine Pyramide aus Altkleidern macht die Folgen sichtbar
Am 17. Dezember 2025 haben wir vor dem Aachener Hauptbahnhof ein starkes Zeichen gesetzt:
Eine fünf Meter hohe Pyramide aus Altkleidern machte sichtbar, welche Folgen unser Modekonsum weltweit hat. Die Kleidung stammt von den Müllbergen des Kantamanto-Markts in Accra, Ghana, einem der größten Second-Hand-Märkte der Welt, der längst zur Umweltkatastrophe geworden ist.
Mit der Aktion haben wir bei vielen Menschen offene Türen eingerannt. Es gab zahlreiche positive Gespräche und viel Zuspruch. Sehr viele Passant:innen haben unsere Petition unterschrieben – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Thema Fast Fashion viele bewegt.
Was Fast Fashion bedeutet
Fast Fashion steht für extrem billige Kleidung, die in riesigen Mengen produziert wird. Jährlich werden weltweit rund 180 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt, bis zu 40 Prozent davon bleiben unverkauft. Die Kleidung ist auf schnellen Verbrauch ausgelegt, von schlechter Qualität und wird oft nur wenige Male getragen – manche Teile sogar gar nicht. Für ihre Herstellung werden enorme Mengen an Ressourcen verbraucht: Allein für eine Jeans können bis zu 10.000 Liter Wasser nötig sein. Mikroplastik, giftige Chemikalien und die Ausbeutung von Arbeiter:innen sind fester Bestandteil dieses Systems der Wegwerfmode.
Globale Folgen für Menschen und Umwelt
Ein Großteil der ausrangierten Kleidung verschwindet aus unserem Blickfeld. Über 60 Prozent der Altkleider aus Deutschland werden ins Ausland exportiert, vor allem in Länder des Globalen Südens. Tragbare Stücke zerstören dort lokale Märkte, der Rest landet auf Deponien, an Stränden oder in Flüssen – mit gravierenden Folgen für Umwelt, Gesundheit und Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort.
Forderung eines Anti-Fast-Fashion-Gesetzes
Greenpeace fordert deshalb ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz nach französischem Vorbild. Dazu gehören eine Abgabe auf Fast-Fashion-Produkte, die Förderung von Reparatur, Tausch und Second Hand sowie ein Werbeverbot für Fast Fashion, auch auf Social Media. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug. Doch ohne öffentlichen Druck wird sich nichts ändern.
Bitte unterstützen Sie unser Anliegen und unterschreiben unsere Petition für faire Mode, eine saubere Umwelt und eine Zukunft ohne Wegwerfmode. Mehr Informationen erhalten Sie zudem hier.
Bei Fragen zum Thema oder bei Interesse an einer Mitarbeit in unserer Arbeitsgruppe LaWiTox (Landwirtschaft/ Chemie/ Konsum) wenden Sie sich gerne an: LaWiTox@greenpeace-Aachen.de.