Greenpeace Gruppe Aachen


Unsere Gruppe

Über uns / Mitmachen
Aktionen in Aachen
Presse
Greenteams
JAGs (Jugendgruppe)
Team 50+
Einkaufsratgeber
Aachen
E-Mail / Newsletter

Unsere Themen

Klima / Energie
Wälder / Papier
Meere
Landwirtschaft / Chemie / Veggietag
Archiv
Links
Spenden


 
Über Wälder Letzte große Urwälder Aktuelles Papier Foto-Sammlungen Aachener Wald Ökologische Waldnutzung
zurück zu Wälder Wald-Archiv

Wälder Fotosammlung

Ökologische Waldnutzung

Nutzung von Urwäldern

Zur Rettung der letzten Urwälder weltweit – einschließlich der tropischen Regenwälder – ist eine Einbeziehung der Bevölkerung im Bereich dieser Wälder notwendig: wenn Sie keinen Nutzen von den Urwäldern haben, haben sie auch keine Motivation zur Ihrer Schonung. Daher ist es notwendig, vielerorts Methoden für eine Bewirtschaftung der Urwälder zu entwickeln, durch die diese Urwälder nicht zerstört und gravierend verändert werden, sondern in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben. Dazu gehört auch, dass ausgewiesene Regionen von der Bewirtschaftung gänzlich ausgeschlossen werden.

 

Sturmwurf in Monokultur

 
  Wald Monokultur Sturmwurf  
 

© Greenpeace Deutschland

 
 
In Europa: Monotone Wirtschaftswälder

In Mitteleuropa, so auch in Deutschland, gibt es keine natürlich gewachsenen Wälder mehr. Die Urwälder wurden in den letzten Jahrtausenden teils gerodet und in Siedlungs-, Verkehrs- oder Waldwirtschaftsflächen umgewandelt, teils in Wirtschaftswälder. So ist Deutschland zu mehr als einem Viertel bewaldet; dabei handelt es sich zum weitaus überwiegenden Teil um Forst bzw. Wirtschaftswälder. Ein kleiner Teil ist als Nationalpark vor einer weiteren Nutzung geschützt. Nicht nur durch Kahlschlag und Rodung sind Wälder gefährdet, sondern auch durch ihre Umwandlung in Baumplantagen. Ein Wald, nur zu dem Zweck der Holzernte angepflanzt, kann nicht mit einer komplexen natürlichen Waldgemeinschaft verglichen werden. Zwar werden in Deutschland die Wälder seit 200 Jahren nach dem "Nachhaltigkeitsprinzip" bewirtschaftet d.h. es werden immer nur so viele Bäume geerntet, wie nachwachsen können, doch ökologische Aspekte wurden lange Zeit völlig außer Acht gelassen. So zeigt es sich leider, dass viele Pflanzen und Tiere, die vom Wald abhängig sind, auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. In den letzten Jahrzehnten ist die Waldwirtschaft – regional in unterschiedlichem Ausmaße allmählich ökologischer geworden. Doch immer noch gibt es viele großflächige Monokulturen vor allem von schnell wachsenden Fichten, die ökologisch fast wertlos sind. Auch sind diese Forste anfällig gegenüber Sturm, Insektenbefall u.a.


Ökologische Waldnutzung

Es gilt also für alle Wälder – Urwälder wie Wirtschaftswälder - Kriterien für eine umweltverträgliche, nachhaltige Bewirtschaftung zu entwickeln.

FSC-SiegelFSC Siegel

Um einerseits eine umwelt- und sozialverträgliche Nutzung von Wäldern – auch von Urwäldern – voranzutreiben, und um den Verbrauchern eine eindeutige Wahlmöglichkeit anzubieten, wurde 1993 der „Weltforstrat“ (Forest Stewardship Council = FSC) gegründet. Das ist eine weltweit arbeitende gemeinnützige Organisation, die umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft und die entsprechenden Produkte zertifiziert. FSC wird von Greenpeace und den anderen großen Umweltverbänden (WWF, BUND, Nabu, Robin Wood) unterstützt.

Zu den Kriterien zur Vergabe des FSC-Siegels gehören:

Umweltschonende Nutzung
  • Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen
  • Biozide werden nicht eingesetzt
  • Totholz verbleibt im Wald
Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen
  • Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt
  • Regelmäßige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • Sorgfaltspflicht bei der Auswahl von Dienstleistern
  • Waldnutzungsrechte werden anerkannt
Effiziente Bewirtschaftung
  • Erzeugung hoher Holzqualitäten
  • Regelmäßige Durchführung einer Forstinventur
  • Produktion marktgerechter, möglichst starker Hölzer
  • Dauerhafte Marktversorgung.

FSC-Holzprodukte können im Übrigen auch aus Plantagen stammen. Diese Plantagen unterliegen aber ihrerseits ökologischen Kriterien und dürfen nicht auf Arealen angelegt werden, auf denen seit 1994 Naturwälder gerodet wurden. Es ist also nicht möglich, für FSC-Plantagen Urwälder zu zerstören.

Es sind zunehmend FSC-Produkte im Handel zu finden. So haben zum Beispiel die Baumarktketten ihr Gartenmöbel-Sortiment inzwischen auf FSC umgestellt.

Naturland-Zertifikat

GREENPEACE hat zusammen mit dem Naturlandverband sowie dem BUND und Robin Wood 1995 ein noch anspruchsvolleres Konzept zur ökologischen Waldnutzung erarbeitet. Das zentrale Motto dieser Bewirtschaftungsform lautet: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich in den natürlichen Ablauf des Waldes eingreifen".

  • So sind Kahlschläge und das Ausbringen von Pestiziden grundsätzlich verboten.
  • Geerntet werden nur Einzelstämme oder kleinere Baumgruppen.
  • Schwere Maschinen dürfen ebenfalls nicht eingesetzt werden.
  • Stattdessen soll möglichst auf Rückepferde zurückgegriffen werden.
  • Viele Bäume sollen ihr natürliches Alter erreichen und auch tote Bäume - wichtige Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten - sollen stehen bleiben.
  • Anpflanzungen werden durch "natürliche Verjüngung" ersetzt, so dass sich im Laufe der Zeit eine dem Standort angepasste Lebensgemeinschaft bilden wird.
  • Zur Kontrolle, ob sich der bewirtschaftete Wald trotz Eingriffen noch natürlich entwickelt, sollen 10% der Waldfläche aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden (Referenzfläche).

Alle Naturlandwälder und –produkte haben auch das FSC-Siegel.

Bitte nicht: PEFC

Als sich der Erfolg des FSC-Siegels abzeichnete, haben die europäischen Forstwirte den Ökosiegeln, die von den Umweltverbänden getragen werden, ein eigenes Zertifikat entgegengestellt: das PEFC-Siegel (Pan European Forestry Certification). Dieses Siegel wurde ohne Mitsprache von Umweltverbänden erstellt.

Das PEFC-Siegel ist ökologisch wesentlich weniger streng als das FSC-Siegel und kann für sehr große Areale pauschal vergeben werden, in denen die Einhaltung der Regeln nur stichprobenhaft erfolgt. Der Verbraucher weiß bei diesem Siegel nicht wirklich, ob das Holz aus ökologisch nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Beim FSC-Zertifikat wird hingegen die Erfüllung konkreter Anforderungen auf der Ebene des Einzelbetriebes streng kontrolliert.

Weitere Informationen unter:

Link

www.fsc-deutschland.de und

Link

www.fsc-info.org

Heimisches Holz:

Der Verzicht auf Tropenholz reicht nicht: Viele „nordische Hölzer“, vor allem Fichte und Kiefer, auch Lärchenholz stammen sehr häufig aus Urwaldzerstörung zum Beispiel in Russland. In Deutschland können keine Urwälder zerstört werden, da es keine mehr gibt. Außerdem ist die Waldwirtschaft in Deutschland im Durchschnitt durchaus nachhaltiger geworden. Wenn es darum geht, Holzprodukte von Baumarten zu kaufen, die in unseren Breiten beheimatet sind, zum Beispiel Fichte oder Kiefer, Buche oder Eiche, kann eine ökologische Alternative „Holz aus Deutschland“ sein. Dadurch werden Urwaldzerstörung und außerdem lange Transportwege vermieden. Am besten wäre FSC-Holz aus Deutschland!

Fotogalerie

 

Alte Eiche
Selten werden in unseren Wirtschaftswäldern Bäume noch so alt

 
  Wald ökologische Nutzung, alte Eiche  
 

© Greenpeace Deutschland

 


 

Totholz bietet Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten

 
  Wald ökologische Nutzung, Totholz  
 

© Greenpeace Deutschland

 


 

Der Dreizehenspecht baut seine Nester in toten Bäumen

 
  Wald ökologische Nutzung, Dreizehen Specht  
 

© Greenpeace Deutschland

 


 

Schwere Maschinen zerstören den Waldboden

 
  Wald ökologische Nutzung, Traktor Spuren  
 

© Greenpeace Deutschland

 


 

Ökologische Waldwirtschaft: Rückepferde ziehen gefällte Stämme aus dem Wald
Sie zerstören den Boden nicht - im Gegensatz zu Schleppern
(nicht in jedem ökologisch bewirtschafteten Wald möglich)

 
  Wald ökologische Nutzung, Rückepferde  
 

© Greenpeace Deutschland

 


 

Bergmischwald Walchensee
Der Mischwald bietet Lebensraum für verschiedenste Tierarten und ist weniger anfällig für Schädlinge und
Krankheiten.

 
  Wald ökologische Nutzung, Mischwald  
 

© Greenpeace Deutschland

 

 

zurück zu Wälder Wald-Archiv

 

Rückfragen bitte an Karl Wehrens

zurück

 

Letzte Änderung: 3. November 2013